Anis ist ein Gewürz aus den getrockneten Früchten der Anispflanze (Pimpinella anisum), die man meist Samen nennt, und schmeckt süßlich-würzig mit einer deutlichen Lakritznote. Du kennst das Aroma aus Weihnachtsgebäck, aus Brot und aus Spirituosen wie Ouzo. In diesem Beitrag erfährst du, woher Anis stammt, wie er schmeckt und riecht, wie er sich von Sternanis und Fenchel unterscheidet und wie du ihn verwendest, dosierst, ersetzt und lagerst.
Auf einen Blick: Steckbrief Anis
| Merkmal | Information |
|---|---|
| Botanischer Name | Pimpinella anisum |
| Pflanzenfamilie | Doldenblütler (Apiaceae) |
| Herkunft | östlicher Mittelmeerraum, möglicherweise auch Westasien |
| Verwendeter Teil | getrocknete Früchte, im Handel meist „Samen“ genannt |
| Geschmack | süßlich-würzig, mit Lakritznote |
| Verwendung | Weihnachtsgebäck, Brot, Kompott, Gemüse, Fisch, Saucen, Tee |
| Ersatz | Fenchelsamen, Sternanis |
| Lagerung | luftdicht, dunkel, kühl und trocken; ganze Samen halten länger als gemahlene |
Pflanze und Herkunft von Anis
Anis ist eine einjährige Pflanze aus der Familie der Doldenblütler, zu der auch Fenchel, Kümmel und Koriander gehören. Sie wird meist bis etwa 60 cm hoch und trägt kleine weiße Blüten, die in Dolden stehen. Aus den Blüten entwickeln sich die Früchte, die getrocknet als Gewürz dienen. Botanisch sind es Früchte, im Handel und in der Küche heißen sie fast immer Anissamen.
Ursprünglich stammt Anis aus dem östlichen Mittelmeerraum, möglicherweise auch aus Westasien. Heute wird er in vielen Gegenden mit warm-gemäßigtem Klima angebaut. Für die Küche zählt weniger, wo er wächst, als wie frisch er ist und ob du ihn ganz oder gemahlen kaufst.
Wie schmeckt und riecht Anis?
Anis schmeckt süßlich und würzig, mit einer Note, die an Lakritz erinnert. Der Geschmack ist warm und rund, ohne Schärfe und ohne Bitterkeit. Kaust du ein einzelnes Samenkorn, schmeckt es zuerst mild und dann immer kräftiger.
Der Geruch ist intensiv und sofort erkennbar: süß, frisch und lakritzartig. Verantwortlich dafür ist vor allem trans-Anethol, der Hauptaromastoff, der bis zu rund 90 % des ätherischen Öls der Früchte ausmacht. Derselbe Stoff steckt auch hinter dem ähnlichen Aroma von Fenchel und Sternanis, deshalb verwechselt man die drei beim Riechen leicht.
Wie du Anis vorbereitest, verändert das Aroma. Röstest du die ganzen Samen kurz in einer trockenen Pfanne, schmecken sie runder und etwas nussiger. Mahlst oder mörserst du sie, wird das Aroma sofort deutlich stärker, verfliegt aber auch schneller. Ganze Samen geben ihren Geschmack dagegen langsam an Teig, Sud oder Tee ab.

Ähnliches Aroma, andere Pflanze: Anis im Vergleich
Sternanis und Fenchel riechen und schmecken ähnlich wie Anis, stammen aber von anderen Pflanzen. In der Küche lohnt es sich, die Unterschiede zu kennen.
Sternanis erkennst du sofort an seiner sternförmigen Frucht mit mehreren Zacken, Anis dagegen an den kleinen, länglichen, graugrünen bis bräunlichen Samen. Sternanis legst du meist ganz in Schmorgerichte, Brühen, Kompott oder Glühwein und nimmst ihn vor dem Servieren wieder heraus. Anis backst du dagegen oft direkt in Teig ein oder streust ihn auf Brot. Im Aroma ist Sternanis kräftiger und etwas herber.
Fenchelsamen sehen Anissamen ähnlich, sind aber meist etwas größer. Sie schmecken milder und weniger süß, die Lakritznote ist schwächer. Deshalb passen Fenchelsamen gut zu herzhaften Gerichten, in denen Anis zu dominant wäre.
Wofür verwendest du Anis?
Anis passt zu süßen und herzhaften Speisen. Das Aroma ist kräftig, deshalb setzt du ihn gezielt ein und kombinierst ihn mit Gewürzen, die ihn ergänzen: Zimt, Nelken, Kardamom, Vanille, Orangenschale, Fenchel und Kümmel.
Weihnachtsgebäck und süße Speisen
Am bekanntesten ist Anis im Weihnachtsgebäck. Er gibt Plätzchen, Lebkuchen und Honiggebäck ihre typische süß-würzige Note. Gemahlen verteilt er sich gleichmäßig im Teig, ganze Samen setzen kleine, intensive Akzente. Auch in Kompott aus Birnen, Äpfeln oder Pflaumen macht sich eine Prise Anis gut, ebenso in Milchreis oder Grießbrei.
Brot und herzhafte Gerichte
In Brot passt Anis besonders zu Roggen, oft zusammen mit Fenchel, Kümmel und Koriander, wie in klassischen Brotgewürzen. Wie so ein Brot gelingt, zeigt unser fränkisches Roggenbrot mit Brotgewürz. Bei herzhaften Gerichten verträgt sich Anis gut mit Möhren, Kürbis, Rotkohl und Fenchelgemüse. Zu Fisch und Meeresfrüchten passt er in Sud oder Sauce, ebenso zu Tomatensaucen, denen er eine leicht süße Tiefe gibt.

Anis im Tee
Für einen Anistee stößt du die Samen im Mörser leicht an, damit sie aufbrechen. Dann übergießt du sie mit heißem Wasser und lässt den Tee abgedeckt ziehen, bevor du ihn abseihst. Je länger er zieht, desto kräftiger und süßer wird er. Anis findest du auch in Teemischungen, häufig zusammen mit Fenchel und Kümmel. Ganze Samen eignen sich für Tee besser als gemahlene, weil sich der Tee leichter abseihen lässt.
Anis in Spirituosen
Auch einige Spirituosen werden mit Anis aromatisiert, etwa der griechische Ouzo und der türkische Rakı. Beide sind klar, werden aber milchig trüb, sobald du Wasser dazugibst. Das hat einen einfachen Grund: Das Anisöl, dessen Hauptbestandteil trans-Anethol ist, löst sich gut in hochprozentigem Alkohol, in Wasser dagegen kaum. Kommt Wasser hinzu, bleibt das Öl nicht mehr gelöst und scheidet sich von selbst als sehr feine Tröpfchen aus. Diese Tröpfchen streuen das Licht, deshalb erscheint das Getränk milchig. In der Fachwelt heißt das Ouzo-Effekt, und die Trübung bleibt längere Zeit bestehen.
Wie viel Anis nimmst du? Dosierung beim Backen und Kochen
Anis ist kräftig, schon kleine Mengen prägen ein Gericht. Fang lieber mit weniger an und würze nach. Gemahlener Anis schmeckt intensiver als die gleiche Menge ganzer Samen, deshalb nimmst du von ihm etwa die Hälfte. Die Mengen in der Tabelle sind Richtwerte für ein mittleres Aroma.
| Verwendung | Ganze Samen | Gemahlen |
|---|---|---|
| Plätzchen (1 Blech, Teig aus 250 g Mehl) | 1 TL | ½ TL |
| Brot (1 Laib, 500 g Mehl) | 1 TL | ½ TL |
| Tee (1 Tasse, 250 ml) | 1 TL, leicht angestoßen | nicht empfohlen |
| Kompott (500 g Obst) | ½ TL | ¼ TL |
| Gemüse (1 Topf, 4 Portionen) | ½ TL | ¼ TL |
| Sauce oder Fischsud (4 Portionen) | ½ TL | ¼ TL |
Für Tee lässt du die Samen 8 bis 10 Minuten ziehen. Im Brot und in Saucen kannst du ganze Samen vorher kurz anrösten, dann wird das Aroma runder.
Wie kannst du Anis ersetzen?
Einen Ersatz mit genau demselben Geschmack gibt es nicht, aber zwei Gewürze kommen nah heran.
- Fenchelsamen: milder und weniger süß. Nimm etwa die 1,5-fache Menge, also für 1 TL Anis rund 1½ TL Fenchelsamen. Gut für Brot, Gemüse und Fisch.
- Sternanis: kräftiger und etwas herber. Gemahlen nimmst du etwa die Hälfte, also für 1 TL Anis rund ½ TL gemahlenen Sternanis. In Kompott oder Sud ersetzt 1 ganzer Stern etwa 1 TL Anissamen.
Magst du den Lakritzgeschmack nicht, lass Anis einfach weg. In Gebäck füllen Zimt, Kardamom oder abgeriebene Orangenschale die Lücke, in herzhaften Gerichten Kümmel oder Koriander. Das Ergebnis schmeckt dann anders, aber nicht leer.
Anis richtig lagern
Für Anis gilt, was für alle getrockneten Gewürze gilt: Bewahre ihn luftdicht, lichtgeschützt, kühl und trocken auf. Der Platz über dem Herd ist ungünstig, weil dort Wärme und Dampf aufsteigen.
Ganze Samen halten ihr Aroma deutlich länger als gemahlene. Gemahlene Gewürze verbrauchst du am besten innerhalb eines Jahres, ganze bleiben gut gelagert mehrere Jahre verwendbar. Deshalb lohnt es sich, Anis ganz zu kaufen und erst kurz vor der Verwendung zu mahlen oder zu mörsern. Riecht er kaum noch, wenn du ein paar Samen zwischen den Fingern zerreibst, hat er viel Aroma verloren.
Häufige Fragen
In welchen Spirituosen steckt Anis?
Der griechische Ouzo und der türkische Rakı werden mit Anis aromatisiert. Beide werden milchig trüb, wenn du Wasser dazugibst, weil sich das Anisöl dann als feine Tröpfchen ausscheidet. Diese Trübung heißt Ouzo-Effekt.
Welche Gewürze schmecken ähnlich wie Anis?
Sternanis und Fenchelsamen schmecken und riechen ähnlich, stammen aber von anderen Pflanzen. Sternanis ist kräftiger und etwas herber, Fenchel milder und weniger süß. Beide eignen sich als Ersatz.
Wonach riecht Anis?
Anis riecht süß, frisch und deutlich nach Lakritz. Den Geruch bestimmt vor allem trans-Anethol, der Hauptaromastoff im ätherischen Öl der Früchte. Am stärksten riecht er, wenn du die Samen frisch mörserst.
Wo wächst Anis?
Anis stammt aus dem östlichen Mittelmeerraum, möglicherweise auch aus Westasien. Heute wird er in vielen Gegenden mit warm-gemäßigtem Klima angebaut. Die einjährige Pflanze wird meist bis etwa 60 cm hoch.
Solltest du Anis ganz oder gemahlen verwenden?
Ganze Samen halten ihr Aroma länger und eignen sich für Tee, Brot und Sud. Gemahlener Anis verteilt sich besser im Teig, verliert sein Aroma aber schneller. Am besten kaufst du ganze Samen und mahlst nur, was du gerade brauchst.
Fazit: Anis bringt Süße und Lakritznote in Gebäck, Brot und Tee
Anis ist ein kräftiges Gewürz mit süßlich-würzigem Geschmack und Lakritznote, das du sparsam dosierst. Er passt in Weihnachtsgebäck, Brot, Kompott, Gemüse und Tee, und ganze Samen halten ihr Aroma am längsten. Unser Anis BIO, ganze Samen stammt aus kontrolliert biologischem Anbau in Ägypten und wird dort im Nildelta von Hand verlesen.




