Was ist Koriander?

Was ist Koriander?

Koriander ist eine einjährige Gewürzpflanze aus der Familie der Doldenblütler, die gleich zwei Gewürze liefert: das frische Grün und die getrockneten Samen. Beide schmecken so verschieden, dass sie in der Küche ganz unterschiedliche Aufgaben übernehmen. In diesem Beitrag erfährst du, wie Grün und Samen schmecken, wie Koriander auf Englisch und Türkisch heißt, wie du ihn einsetzt, womit er passt und wie du ihn richtig aufbewahrst.


Auf einen Blick: Steckbrief Koriander

Merkmal Information
Botanischer Name Coriandrum sativum
Pflanzenfamilie Doldenblütler
Verwendete Teile Blätter (frisch oder getrocknet) und Samen (botanisch Früchte)
Geschmack Grün frisch, intensiv und krautig
Geschmack Samen würzig, leicht süßlich, mit zitrusartiger Note
Schärfe nicht scharf
Verwendung Grün roh oder zum Schluss in Currys, Salsas, Salaten, asiatischen und mexikanischen Gerichten; Samen in Currys, Brot, Marinaden und Gewürzmischungen
Lagerung Samen, Pulver und getrocknete Blätter luftdicht, dunkel und trocken; frisches Grün feucht eingewickelt im Gemüsefach
Englisch coriander, für das frische Grün im amerikanischen Englisch meist cilantro
Türkisch kişniş

Was ist Koriander? Pflanze, Grün und Samen

Koriander (Coriandrum sativum) ist eine einjährige Pflanze aus der Familie der Doldenblütler und wird seit dem Altertum als Gewürzpflanze angebaut. In der Küche nutzt du zwei Teile von ihr: die an Petersilie erinnernden Blätter als frisches Kraut und die runden, getrockneten Samen als Gewürz. Botanisch sind die Samen eigentlich Früchte, im Handel und in Rezepten heißen sie trotzdem fast immer Koriandersamen.

Beim Anbau unterscheidet man klein- und großfrüchtige Formen. Die kleinfrüchtigen gelten als klimatisch robuster und enthalten mehr ätherisches Öl, die großfrüchtigen Landsorten stammen aus dem Orient und bringen mehr Ertrag. Auch in Mitteleuropa wird Koriander auf dem Feld angebaut, um die Samen zu gewinnen: Gesät wird im Frühjahr, gedroschen im Spätsommer.

Woher kommt der Name Koriander?

Das Wort kam über das mittelhochdeutsche koriander, auch kreander geschrieben, aus dem lateinischen coriandrum ins Deutsche. Dieses geht auf das griechische koríandron zurück, dessen ältere Form koríannon lautet. Das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache beschreibt die fein zerteilten Blätter als unangenehm nach Wanzen riechend.


Wie schmeckt Koriander?

Koriandergrün und Koriandersamen schmecken so unterschiedlich, dass man kaum glauben mag, dass sie von derselben Pflanze stammen. Das frische Grün ist intensiv, frisch und krautig, mit einer leicht zitronigen Note. Es prägt ein Gericht deutlich und bleibt selten im Hintergrund.

Die Samen dagegen schmecken warm-würzig und leicht süßlich, mit einer zitrusartigen Note, die an Orangenschale erinnert. Scharf ist Koriander nicht, weder das Grün noch die Samen. Er bringt Aroma ins Essen, aber keine Schärfe.

Rösten verändert die Samen deutlich. Erhitzt du sie in einer trockenen Pfanne, bis sie duften, werden sie nussiger und kräftiger. Pass dabei auf, dass sie nicht zu dunkel werden, sonst schmecken sie bitter.

Warum schmeckt Koriander manchen nach Seife?

Für die einen ist frisches Koriandergrün das Beste an einer Salsa, für die anderen schmeckt es wie Seife. Eine große genomweite Studie aus dem Jahr 2012 fand eine genetische Variante in einer Gruppe von Geruchsrezeptor-Genen, die damit zusammenhängt, ob jemand Koriandergrün als seifig empfindet. Als wahrscheinlichster Kandidat gilt der Rezeptor OR6A2, der mehrere der Aldehyde erkennt, die den Korianderduft prägen. Der erbliche Anteil, den die Studie so erfasst hat, ist allerdings gering: Die meisten Unterschiede zwischen Menschen erklärt er nicht.

Unser Tipp aus der Küche: Kochst du für Gäste, reiche das gehackte Grün separat, dann nimmt sich jeder nach Geschmack.


Koriander in anderen Sprachen: Englisch und Türkisch

Koriander auf Englisch: coriander oder cilantro?

Auf Englisch heißt Koriander coriander. Im amerikanischen Englisch nennt man das frische Grün meist cilantro, während coriander dort vor allem für die Samen und das Gewürz daraus steht. Im britischen Englisch heißen Pflanze und Blätter dagegen coriander; wer genau sein will, sagt coriander leaves oder coriander seeds, und cilantro hört man dort nur gelegentlich. Das Wort cilantro stammt aus dem Spanischen. Die Aufteilung ist eine übliche Tendenz und keine feste Regel, in einem englischen Rezept verrät meist der Zusammenhang, ob Grün oder Samen gemeint sind.

Koriander auf Türkisch: kişniş

Auf Türkisch heißt Koriander kişniş. Das Wort steht für die Pflanze mit ihren petersilienähnlichen Blättern und ebenso für die getrockneten Samen, die als Gewürz dienen. Ein Wort für beides also, ähnlich wie im Deutschen. Ob das Grün oder die Samen gemeint sind, ergibt sich aus dem Zusammenhang.


Koriander als Gewürz: So setzt du Grün und Samen ein

Frisches Koriandergrün: roh oder ganz zum Schluss

Frischen Koriander kannst du roh essen, und genau so kommt er am besten zur Geltung. Beim längeren Kochen verliert das Grün viel von seinem frischen Aroma. Gib es deshalb erst kurz vor dem Servieren ins Gericht oder streue es gehackt darüber: auf Currys und Dals, in Salsas und Guacamole, auf Tacos, in Salate, Nudelsuppen und Sommerrollen.

Koriandersamen: ganz, geröstet oder gemahlen

Ganz kommen die Samen in Einlegesud, Schmorgerichte und Brotteig, oder du brätst sie kurz in heißem Öl an, bevor Zwiebeln und Gemüse dazukommen. Geröstet und frisch gemörsert geben sie Currys, Marinaden für Fleisch, Fisch und Gemüse sowie Linsen- und Bohnengerichten eine würzige, zitronige Tiefe. Gemahlen verteilen sie sich gleichmäßig in Saucen, Teigen und Gewürzrubs.

Koriander gehört außerdem zu den typischen Zutaten vieler Gewürzmischungen, etwa von Garam Masala, Curry und Dukkah.

Rezepte mit Koriander

Zu unseren Rezepten mit Koriander gehört unser Koriander-Saat-Schnaps Nr. 13. Er zeigt, dass die Samen auch in ein Getränk passen.


Womit passt Koriander?

Koriander ist ein umgänglicher Partner: Vor allem die Samen verbinden sich mit vielen Gewürzen, ohne sie zu überdecken.

  • Kreuzkümmel: der klassische Partner in Currys, Chili und orientalischen Gerichten. Sein erdiges Aroma und die zitrusartige Note der Samen ergänzen sich gut. Mehr dazu in unserem Beitrag Was ist Kreuzkümmel?
  • Zimt: für würzige Schmorgerichte und Gebäck, mehr dazu unten.
  • Kurkuma und Ingwer: in Currys, Linsengerichten und Marinaden.
  • Chili: bringt die Schärfe, die Koriander selbst nicht hat.
  • Knoblauch und Limette: vor allem mit dem frischen Grün, in Salsas, Marinaden und asiatischen Suppen.

Zimt und Koriander passen besonders gut zusammen: Die holzige Süße des Zimts trifft auf die zitrusartige Note der Samen. Das funktioniert in würzigen Schmorgerichten mit Lamm oder Rind, in Tomatensaucen und zu Couscous. Auch im Weihnachtsgebäck wie Lebkuchen und Spekulatius tauchen beide gemeinsam auf. Welche Gewürze dort sonst noch dazugehören, liest du in unserem Beitrag über Weihnachtsgewürze.

Koriander, Kreuzkümmel und Muskat gibt es bei uns auch fertig kombiniert, in unserer Gewürzmischung aus Koriander, Kreuzkümmel, Muskat.


Ganz, gemahlen oder als Blätter: Welcher Koriander wofür?

Welche Form du wählst, hängt davon ab, wie du kochst.

  • Ganze Samen behalten ihr Aroma am längsten. Sie sind die richtige Wahl, wenn du röstest, mörserst oder die Samen ganz in Sud, Brot oder Schmorgerichte gibst.
  • Gemahlener Koriander spart Zeit und verteilt sich gleichmäßig in Saucen, Currys, Teigen und Gewürzrubs.
  • Getrocknete Korianderblätter bringen den Kräutercharakter von Koriander ins Essen, auch wenn gerade kein frischer Bund im Haus ist, etwa in Dips, Dressings, Suppen, Eintöpfen und eigenen Gewürzmischungen.

Bei Boomers findest du alle drei Formen. Unser Koriander BIO, ganz besteht aus Koriandersamen aus kontrolliert ökologischem Anbau und wird in Italien angebaut. Er schmeckt warm-würzig und süßlich und passt zu Curry, Brot und Marinaden. Unser Koriander BIO, gemahlen ist ebenfalls Bio und wird in Bulgarien angebaut. Er ist zitrusfrisch und würzig und eignet sich für Currys, Fleisch und Gemüsegerichte. Ganzer und gemahlener Koriander stammen bei uns also aus zwei verschiedenen Anbauländern.

Unsere Korianderblätter werden in Österreich angebaut. Anders als das frische Grün, um das es in diesem Beitrag meist geht, sind sie getrocknet, ohne Zusätze und schmecken süßlich-herb und milder. Sie passen zur asiatischen, mexikanischen und veganen Küche.


Wie bewahrst du Koriander richtig auf?

Koriandersamen, gemahlener Koriander und getrocknete Blätter mögen es luftdicht, dunkel und trocken. Bewahre sie in einer gut schließenden Dose oder einem Glas auf, am besten im Schrank statt neben dem Herd, wo Hitze und Dampf ans Gewürz kommen. Ganze Samen behalten ihr Aroma deutlich länger als gemahlene. Kaufst du ganz und mahlst bei Bedarf, hast du also länger etwas davon.

Frischen Koriander lagern und Frische erkennen

Frischer Koriander ist empfindlicher. Wickle den Bund in ein feuchtes Küchentuch oder gib ihn in einen Beutel und lege ihn ins Gemüsefach, dort hält er sich einige Tage. Frisch ist Koriander, wenn die Blätter kräftig grün sind und intensiv duften. Werden die Blätter gelb, welk oder trocken und lässt der Duft nach, hat das Grün seine beste Zeit hinter sich. Einzelne gelbe Blätter sortierst du einfach aus.

Koriander einfrieren: So geht es

Hast du mehr frischen Koriander, als du in den nächsten Tagen brauchst, kannst du ihn einfrieren. Wasche und trockne das Grün, hacke es fein und fülle es mit wenig Wasser in Eiswürfelformen. Die gefrorenen Würfel gibst du später direkt in Currys, Suppen oder Saucen. Nach dem Auftauen ist das Grün weich und eignet sich eher zum Mitkochen als zum Garnieren.


Häufige Fragen

Sind Koriander und Cilantro dasselbe?

Ja, cilantro ist ein englisches Wort für Koriander, genauer für das frische Grün. Auf Englisch heißt Koriander allgemein coriander. Im amerikanischen Englisch steht cilantro meist für die Blätter und coriander vor allem für die Samen, im britischen Englisch sagt man auch zu den Blättern meist coriander.

Kannst du Koriander auch roh essen?

Ja, frisches Koriandergrün isst du am besten roh, etwa in Salsas, Salaten oder über einem fertigen Curry. So bleibt sein frisches Aroma erhalten. Die Samen röstest oder mahlst du dagegen meist, bevor du sie verwendest.

Woran erkennst du, dass frischer Koriander nicht mehr gut ist?

Frischer Koriander hat kräftig grüne Blätter und duftet intensiv. Werden die Blätter gelb, welk oder trocken und riecht der Bund kaum noch, lässt die Frische nach.

Was würzt du mit Koriander?

Mit dem frischen Grün würzt du Currys, Salsas, Salate, Tacos und asiatische Suppen, am besten kurz vor dem Servieren. Die Samen passen zu Currys, Brot, Marinaden, Schmorgerichten, Eingelegtem und Weihnachtsgebäck. Außerdem stecken sie in vielen Gewürzmischungen wie Garam Masala oder Dukkah.

Worin unterscheiden sich Koriandersamen und Korianderblätter?

Beide stammen von derselben Pflanze, schmecken aber ganz verschieden. Die Blätter sind frisch, intensiv und krautig, die Samen würzig, leicht süßlich und zitrusartig. Deshalb kannst du das eine nicht einfach durch das andere ersetzen.


Fazit: Koriander ist eine Pflanze mit zwei Gewürzen

Koriander liefert mit dem frischen Grün und den Samen zwei Gewürze, die sich kaum ähneln: das Grün frisch und intensiv für den Schluss, die Samen würzig und zitrusartig für Currys, Brot und Marinaden. Wer beide Seiten kennt, setzt Koriander viel gezielter ein. Für die Samen empfehlen wir unseren Koriander BIO, ganz zum Rösten und Mörsern oder unseren Koriander BIO, gemahlen, wenn es schnell gehen soll.

Bildquelle(n): ©iStock.com - kitzcorner, ©iStock.com - Edgar