Was ist Piment?

Ganze Pimentkörner in einer Holzschale – Piment als Gewürz

Piment ist die getrocknete, unreife Beere des Pimentbaums Pimenta dioica, ein Gewürz aus der Karibik und Mittelamerika, dessen Aroma an Nelke mit Anklängen an Zimt und Muskat erinnert. Die dunkelbraunen Körner sehen aus wie zu groß geratene Pfefferkörner, sind aber kein Pfeffer. In der deutschen Küche gehört Piment als Gewürz in Sauerbraten, Rotkohl, Wildgerichte und Weihnachtsgebäck. In diesem Beitrag erfährst du, woher Piment kommt, wie er schmeckt, wie du ganze Körner und gemahlenen Piment verwendest und was du nehmen kannst, wenn er fehlt.


Auf einen Blick: Steckbrief Piment

Merkmal Information
Weitere Namen Nelkenpfeffer, Neugewürz, Allgewürz, Jamaikapfeffer; englisch Allspice, türkisch Yenibahar
Botanischer Name Pimenta dioica, Familie der Myrtengewächse
Herkunft Karibik und Mittelamerika; wichtigstes Anbauland ist Jamaika
Geschmack erinnert an Nelke mit Anklängen an Zimt und Muskat, dazu eine pfeffrige Note
Verwendung Schmorgerichte, Wild, Rotkohl, Sauerkraut, Marinaden und Sude, Weihnachtsgebäck, Glühwein
Ersatz Mischung aus Nelke, Muskat und Pfeffer (deftig) oder Nelke, Zimt und Muskat (süß)
Lagerung lichtdicht, gut verschlossen, kühl und trocken; ganze Körner halten ihr Aroma länger

Was ist Piment? Pflanze, Herkunft und Name

Piment ist ein Einzelgewürz: In der Dose steckt nur die getrocknete Frucht eines Baums, keine Mischung. Der Name klingt nach Pfeffer, der Geschmack nach Nelke, und genau daraus entstehen die meisten Missverständnisse rund um dieses Gewürz.

Pflanze und Anbau

Der Pimentbaum (Pimenta dioica) ist ein immergrüner Baum aus der Familie der Myrtengewächse. Heimisch ist er in der Karibik und in Mittelamerika. Das mit großem Abstand wichtigste Anbauland ist Jamaika. Geerntet werden die Beeren, wenn sie ausgewachsen, aber noch grün und unreif sind. Anschließend werden sie getrocknet, etwa in der Sonne. Dabei bekommen sie ihre rotbraune bis dunkelbraune Farbe.

Woher der Name kommt

Nach Europa kam die Kenntnis von Piment durch spanische Seefahrer im späten 15. Jahrhundert, im Zusammenhang mit den Reisen von Kolumbus in die Karibik. Die Spanier hielten die runden Beeren für eine Art Pfeffer und nannten sie nach dem spanischen Wort für Pfeffer: pimienta. Daraus wurde im Englischen Pimento und im Deutschen Piment. Der Irrtum steckt also bis heute im Namen.

Weitere Namen

Im Deutschen sind mehrere Namen gebräuchlich: Nelkenpfeffer, Neugewürz, Allgewürz und Jamaikapfeffer. Alle meinen dasselbe Gewürz. Auf Englisch heißt Piment Allspice, daneben auch Pimento. Auf Türkisch heißt er Yenibahar. Das hilft dir, wenn du ein Rezept aus einer anderen Küche nachkochst und die Zutat in der Liste suchst.


Wie schmeckt Piment?

Piment schmeckt, als hätte jemand Nelke, Zimt und Muskat in einem Korn vereint. Den Ton gibt die Nelke an, Zimt und Muskat runden ihn ab, und am Ende bleibt eine leicht pfeffrige Note auf der Zunge. Wer zum ersten Mal an einem zerstoßenen Korn riecht, denkt oft an Lebkuchen.

Der Grund für die Nähe zur Nelke: Hauptbestandteil des ätherischen Öls von Piment ist Eugenol, derselbe Aromastoff, der auch Nelken prägt. Deshalb lassen sich beide Gewürze in vielen Gerichten gegeneinander tauschen.

Dosiere Piment sparsam, denn sein Aroma ist kräftig. Zu viel davon überdeckt andere Gewürze und kann ein Gericht schnell nach Weihnachtsgebäck schmecken lassen, auch wenn es ein Gulasch werden sollte. Lieber mit wenigen Körnern beginnen und beim nächsten Mal nachlegen.


Piment, Nelke oder Pfeffer: Wo liegt der Unterschied?

Piment, Nelke und Pfeffer werden oft verwechselt, weil sie ähnlich aussehen oder ähnlich schmecken. Botanisch sind es drei verschiedene Dinge.

  • Piment sind die getrockneten, unreifen Beeren des Pimentbaums, eines Myrtengewächses.
  • Nelken sind die getrockneten Blütenknospen des Nelkenbaums (Syzygium aromaticum), eines anderen Myrtengewächses. Ihr Öl besteht ebenfalls überwiegend aus Eugenol. Deshalb schmecken beide ähnlich, obwohl die eine eine Knospe und der andere eine Beere ist.
  • Schwarzer Pfeffer stammt von Piper nigrum, einer ganz anderen Pflanze. Piment ist kein Pfeffer, auch wenn die Körner ähnlich aussehen und der Name es nahelegt.

In der Küche heißt das: Pfeffer bringt Schärfe, Piment bringt vor allem Aroma. Nelke kommt Piment im Geschmack am nächsten, schmeckt aber etwas spitzer.

Noch eine Verwechslung liegt nahe: Piment d'Espelette ist trotz des ähnlichen Namens ein anderes Gewürz und nicht dasselbe wie Piment. Wenn ein Rezept Piment d'Espelette verlangt, kannst du es nicht durch Pimentkörner ersetzen.


Zerstoßener Piment im Steinmörser, daneben ganze Körner und gemahlener Piment

Piment ganz oder gemahlen?

Ganze Körner und gemahlener Piment haben jeweils ihren Platz. Als Faustregel gilt: Alles, was lange köchelt oder zieht, bekommt ganze Körner. Alles, in dem das Gewürz verschwinden soll, bekommt Piment gemahlen.

Ganze Pimentkörner verwenden

  1. Mitkochen: Gib die Körner zu Beginn in Schmorgerichte, Brühen, Sude oder Marinaden. Sie geben ihr Aroma langsam ab.
  2. Zählen: Merke dir, wie viele Körner du hineingibst, damit du später alle wiederfindest. Praktisch ist auch ein Gewürzsäckchen oder Tee-Ei.
  3. Entfernen: Fische die Körner vor dem Servieren heraus. Beim Draufbeißen schmeckt ein ganzes Korn sehr intensiv.
  4. Zerstoßen: Für mehr Aroma in kürzerer Zeit drückst du die Körner im Mörser kurz an oder zerstößt sie grob.

Piment gemahlen

Gemahlener Piment gibt sein Aroma sofort ab. Nimm ihn für Teige, Gebäck, Hackfleisch, Saucen und Dips oder gib ihn erst gegen Ende der Garzeit zu Schmorgerichten. Am aromatischsten ist er, wenn du ganze Körner kurz vor der Verwendung im Mörser oder in einer Gewürzmühle selbst mahlst. Als grober Richtwert ergeben etwa 10 Körner gemahlen rund 1 TL.

Wie viel Piment für welches Gericht?

Gericht Menge Form
Schmorbraten oder Gulasch für 4 Personen 4–6 Körner ganz
Marinade für Sauerbraten (ca. 1 l) 8–10 Körner ganz, leicht angedrückt
Rotkohl oder Sauerkraut (1 Kopf bzw. 1 kg) 3–5 Körner ganz
Sud für eingelegten Fisch (ca. 500 ml) 5–6 Körner ganz
Hackfleisch, Frikadellen (500 g) 1 Messerspitze bis ¼ TL gemahlen
Kuchen- oder Plätzchenteig (500 g Mehl) ½ TL gemahlen
Glühwein oder Punsch (1 l) 4–5 Körner ganz

Wofür verwendest du Piment?

Piment ist ein Gewürz für beide Seiten der Küche: deftig und süß. In deftigen Gerichten gehört er in Schmorbraten, Sauerbraten und Wildgerichte wie Reh- oder Hirschragout. Rotkohl und Sauerkraut bekommen durch wenige Körner Tiefe. Klassisch ist Piment außerdem im Sud für eingelegten Fisch wie Brathering oder Rollmops und in vielen Wurstsorten. In Marinaden und Suden für Fleisch verbindet er sich gut mit Essig, Rotwein und Zwiebeln.

Auf der süßen Seite steckt Piment in Weihnachtsgebäck wie Lebkuchen, Pfeffernüssen und Spekulatius, in Früchtebrot und in Glühwein oder Punsch. Mehr zu den Gewürzen der Adventszeit findest du in unserem Ratgeber zu Weihnachtsgewürzen.

Piment mit Wacholderbeeren und Lorbeerblättern für Schmorgerichte

Passende Gewürzkombinationen

Piment verträgt sich mit vielen Gewürzen, die ebenfalls in Schmorgerichten und Gebäck zu Hause sind:

  • Lorbeer: das klassische Paar für Sude, Marinaden und Schmorgerichte.
  • Wacholder: der Partner für Wild und Sauerkraut (mehr dazu unten).
  • Nelke: verstärkt das Aroma, deshalb beide sparsam einsetzen.
  • Zimt und Muskat: runden Piment in Gebäck, Rotkohl und Getränken ab.
  • Pfeffer: bringt die Schärfe, die Piment fehlt.

Piment und Wacholder ergänzen sich, weil sie verschiedene Seiten eines Gerichts bedienen. Wacholder bringt eine harzige, leicht waldige Frische, Piment die runde, nelkenartige Würze. Zusammen geben sie Wildragout, Sauerbraten und Sauerkraut ihren typischen Geschmack. Ein bewährtes Verhältnis für einen Schmortopf für 4 Personen sind 4 Pimentkörner, 4–6 Wacholderbeeren und 2 Lorbeerblätter. Drücke die Wacholderbeeren vorher leicht an, damit sie ihr Aroma abgeben.

Piment in Lebkuchengewürz

Piment ist einer der Bausteine von Lebkuchengewürz. Wenn du die Mischung selbst ansetzt, kannst du den Anteil nach deinem Geschmack steuern. Diese Grundmischung ergibt etwa 8 ½ TL, genug für zwei Teige mit je 500 g Mehl:

Gewürz Menge
Zimt, gemahlen 4 TL
Piment, gemahlen 1 TL
Nelken, gemahlen 1 TL
Koriandersaat, gemahlen 1 TL
Muskat, frisch gerieben ½ TL
Kardamom, gemahlen ½ TL
Ingwer, gemahlen ½ TL

Vermische alles gründlich und fülle es in ein dicht schließendes Glas. Für einen Teig mit 500 g Mehl nimmst du 3–4 TL der Mischung. Magst du es kräftiger, erhöhe den Piment auf 1 ½ TL.


Ersatz für Piment: Was kannst du stattdessen nehmen?

Ehrlich gesagt: Einen Ersatz für Piment, der genau gleich schmeckt, gibt es nicht. Weil sein Aroma aber an Nelke, Zimt und Muskat erinnert, kommst du mit einer kleinen Mischung sehr nah heran. Entscheidend ist, ob das Gericht deftig oder süß ist.

Anwendung Statt Piment Ersatz
Deftig (Schmorgerichte, Hackfleisch) 1 TL gemahlen ½ TL Nelke gemahlen, ¼ TL schwarzer Pfeffer, ¼ TL Muskat
Süß (Gebäck, Kompott) 1 TL gemahlen ½ TL Zimt, ¼ TL Nelke gemahlen, ¼ TL Muskat
Sud, Marinade, Glühwein 5 Körner 2 ganze Nelken und 3 schwarze Pfefferkörner
Nur Nelke im Haus 1 TL gemahlen ½ TL Nelke gemahlen

Nelke ist kräftiger als Piment, deshalb nimmst du davon nur etwa die Hälfte. Bei Rotkohl und Wild kannst du zusätzlich zwei Wacholderbeeren mehr als im Rezept angegeben verwenden, um die fehlende Tiefe auszugleichen.


Wie bewahrst du Piment richtig auf?

Für Piment gilt dasselbe wie für andere Gewürze: Bewahre ihn in einem gut schließenden, lichtdichten Behälter auf, kühl, dunkel und trocken. Der Platz über dem Herd ist ungünstig, weil dort Hitze und Dampf hinkommen. Streue ihn auch nicht direkt aus dem Gefäß über den dampfenden Topf, sonst zieht Feuchtigkeit in die Dose.

Ganze Pimentkörner bewahren ihr Aroma länger als gemahlener Piment. Beim Mahlen wird die Oberfläche größer, und das Aroma entweicht schneller. Gemahlene Gewürze solltest du nach dem Öffnen binnen etwa eines Jahres aufbrauchen. Ganze Gewürze halten bei guter Lagerung mehrere Jahre. Wenn du Piment nur gelegentlich brauchst, kaufst du deshalb am besten ganze Körner und mahlst bei Bedarf eine kleine Menge frisch.


Häufige Fragen

Wie heißt Piment auf Englisch und auf Türkisch?

Auf Englisch heißt Piment Allspice, daneben auch Pimento. Auf Türkisch heißt das Gewürz Yenibahar. Im Deutschen kennst du es außerdem als Nelkenpfeffer, Neugewürz, Allgewürz oder Jamaikapfeffer.

Ist Allspice dasselbe Gewürz wie Piment?

Ja, Allspice ist der englische Name für Piment. Wenn ein englisches Rezept Allspice verlangt, nimmst du also Piment, ganz oder gemahlen, je nach Angabe im Rezept.

Wie viel Piment brauchst du für ein Gericht?

Für ein Schmorgericht für 4 Personen reichen 4–6 ganze Körner. Für Hackfleisch genügt eine Messerspitze bis ¼ TL gemahlener Piment auf 500 g. Beginne lieber mit weniger, denn das Aroma ist kräftig und lässt sich nicht wieder herausnehmen.

Kann man ganze Pimentkörner mitessen?

Ganze Körner sind hart, und wer auf eines beißt, hat plötzlich sehr viel Aroma auf einmal im Mund. Deshalb fischst du sie vor dem Servieren heraus. Ein Gewürzsäckchen oder Tee-Ei macht das einfacher.

Passen Piment und Wacholderbeeren zusammen?

Ja, sie sind ein klassisches Paar für Wild, Sauerbraten und Sauerkraut. Wacholder bringt eine harzige Frische, Piment eine runde, nelkenartige Würze. Für einen Schmortopf für 4 Personen passen etwa 4 Pimentkörner und 4–6 Wacholderbeeren.


Fazit: Piment würzt deftig und süß

Piment ist ein vielseitiges Gewürz, das deftigen Schmorgerichten ebenso Tiefe gibt wie Weihnachtsgebäck. Ganze Körner kochst du mit und nimmst sie wieder heraus, gemahlenen Piment gibst du in Teige und gegen Ende ins Gericht. Unseren Piment, ganz gibt es als ganze Körner, die du bei Bedarf selbst mahlst. Er besteht zu 100 % aus Piment und stammt aus Honduras. Wir nehmen ihn gern für Wild, Marinaden und Gebäck.